Der neue Lockdown ist ein Schlag ins Gesicht für alle in der Gastronomie

"Die Angestellten, die im ersten Shutdown ihr Erspartes aufbrauchen mussten, sind nun einmal mehr gezwungen, ihr verdientes Trinkgeld für ihre Grundmittel zu nutzen. In der kurzen Zeit, in der sie wieder arbeiten durfte, war es unmöglich Rücklagen aufzubauen. Der Lockdown wird viele Arbeitnehmer aus der Gastronomie in eine ernste finanzielle Notlage bringen!"
Der neue Lockdown ist ein Schlag ins Gesicht für alle in der Gastronomie. Zuerst entwickeln Restaurantbetreiber umfangreiche Hygienekonzepte und setzen diese um, nur um jetzt doch schließen zu müssen. Und dann werden sie noch indirekt als Virenschleuder bezeichnet”, kritisiert Peter Jess, Bundestagskandidat der FDP Leipzig, die jüngsten Entwicklungen. Der Freidemokrat gibt außerdem zu bedenken: „Die Gastronomen haben die strengen Hygieneregeln befolgt und dadurch auch auf Einnahmen verzichtet. Gleichzeitig haben sie in weitere Hygienemaßnahmen wie Plexiglaswände investiert. Viele haben Heizpilze angeschafft, um in den Wintermonaten auch draußen zu bedienen zu können. All diese Bemühungen, die Gäste zu schützen, werden mit den neuen Corona-Beschlüssen nicht gewürdigt.”
Aber nicht nur die Betreiber von Gastronomiebetrieben leiden laut Jess unter den erneuten Schließungen. „Neben den gelernten Fachkräften arbeiten viele Menschen in der Branche, um sich etwas dazuzuverdienen. Dazu gehören Personen, denen das Gehalt nicht ausreicht, aber auch Minijobber und Studenten. Sie alle brauchen das zusätzliche Einkommen.” Der gelernte Zimmerer spricht aus eigener Erfahrung: „Durch einen Nebenjob in der Gastronomie habe ich meine Meisterschule mitfinanziert. Und ich bin noch heute in der Branche tätig. So wie mir ging und geht es vielen.” Und seit dem ersten Corona-Shutdown ist, nach Beobachtung des Liberalen, noch eine weitere Gruppe hinzugekommen, die auf Einkommen aus Jobs vor und hinter dem Tresen angewiesen ist: „Viele selbstständige Künstler haben in der Gastro ein vorübergehendes Zuhause gefunden, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.”
„Eine erneute Schließung von Bars, Cafés und Restaurants trifft all diese Beschäftigten hart”, gibt Jess zu bedenken. „Die Angestellten, die im ersten Shutdown ihr Erspartes aufbrauchen mussten, sind nun einmal mehr gezwungen, ihr verdientes Trinkgeld für ihre Grundmittel zu nutzen. In der kurzen Zeit, in der sie wieder arbeiten durfte, war es unmöglich Rücklagen aufzubauen. Der Lockdown wird viele Arbeitnehmer aus der Gastronomie in eine ernste finanzielle Notlage bringen.”
Laut dem Robert Koch Institut ist die Gastronomie für zwei Prozent der Infektionen verantwortlich. Für den Leipziger Liberalen ist damit klar: „Es gibt keinen Grund einer ganzen Branche und ihren Zulieferern die Existenz zu entziehen. Schärfere Regeln ja, komplette Schließung Nein.”